Workshop (III) – Erster Schritt auf gemeinsamem Weg?

Wie in Teil II beschrieben, war der Workshop der erste Anlass, bei dem sich die Mitglieder der Projektgruppe direkt mit den Bewohnern des Olympiadorfs inhaltlich auseinandersetzen konnten – und umgekehrt. Sowohl bei der Sitzung des Bezirksausschusses als auch bei der Einwohnerversammlung war durch die im Raum stehenden architektonischen Entwürfe und Standorte eine Konfrontationssituation gegeben, die diese Gesprächssituation nicht zugelassen hatte.

Während der Diskussion bestand Konsens mit der Projektgruppe hinsichtlich des Bedarfs an einer Informationsstätte. Dissens gab es zwischen Projektgruppe und Olympiadörflern insbesondere zu Ort und Konzept. Dabei wurde jedoch auch klar, dass zum Ort selbst die Anwohner unterschiedlicher Meinung waren – Vereinsvertreter und Connollyberg-Gruppe akzeptierten den Standort, während weitere, geladene Dörfler den Standort ablehnten.

Interessant war, dass Herr Dr. Jörg Skriebeleit (Leiter der KZ Gedenkstätte Flossenbürg) die Diskussion in einen Zusammenhang mit der Erinnerungsarbeit in der Gedenkstätte Flossenbürg brachte: Auch wenn die Situationen in vielen Aspekten nicht vergleichbar wären, sei dort von Anfang an klar gewesen, dass die Gedenkstätte nur dann funktionieren könne, wenn sie auch von der Bevölkerung getragen würde. Die Anwohner seien dann nicht mehr nur (auch berechtigte) Bedenkenträger und zwangsläufig in einer Abwehrsituation, sondern Teil des Prozesses und Mitgestalter.

Grundsätzlich ergab sich für die EIG-Vertreter der Eindruck: Beide Seiten sind kommunikationsbereit:
– Das Mitglieder des Projektteams bringen all ihre Kompetenz und Fachwissen ein, um eine Informationsstätte zum Olympiaattentat 1972 zum Leben zu erwecken.
– Die Olympiadörfler tragen bereits seit über 40 Jahren das Gedenken und sind bereit, dies auch in Zukunft zu tun.

Wir – EIG-Vertreter und die teilnehmenden neun Anwohner – werden am 30.4.2015 vor der Jahreshauptversammlung der EIG Rückmeldung zum Verlauf des Workshops geben.
Bis dahin wollen wir mit der Projektgruppe gemeinsam einen Termin finden, bei dem die Konzeption vorgestellt und zwischen Anwohnern und Projektgruppe diskutiert werden kann.

Klar ist, dass wir uns eher am Anfang als am Ende des Weges befinden. Die Voraussetzungen dafür sind, wie von der EIG schon mehrfach formuliert: größtmögliche Offenheit in der Beteiligung, Transparenz bei den verfolgten Zielen und keine Vorfestlegung bei der Umsetzung.

Die EIG hat angeboten, bei der Organisation des Diskussionsprozesses zu unterstützen. Die Vorstellung der Konzeption vor Anwohnern ist ein wesentlicher Beitrag hierbei. Entscheidungen müssen aber vom ganzen Olympiadorf getragen werden.

Workshop (II) – Flexibler Umbau des Ablaufsplans zu breiter Diskussion

Der Workshop am 14.4.2015 begann mit Stolpersteinen: Die Teilnehmer aus dem Olympiadorf erhielten – im Gegensatz zur Projektgruppe –  keine persönliche Einladung, keine aktualisierte Tagesordnung und keine vorbereitenden Unterlagen.

Mit Aufblenden der Tagesordnung  gab es einen weiteren Knackpunkt: War den “gesetzten” Teilnehmern von Dr. Spaenle zugesagt worden, dass “Inhalt, äußere Gestaltung und Wegeführung zur Diskussion” …

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Workshop “Erinnerungsort Olympia 1972″ (I): Teilnehmer aus dem Dorf

Wir nähern uns dem Workshop und seinen Ergebnissen stückweise und bitten unsere Leser um Verständnis: Die verantwortlichen EIG-Vertreter stehen beide im Beruf und in Familienpflichten.

In einem ersten Beitrag informieren wir über die Teilnehmer, um klarzustellen:

Workshop-Teilnehmer – nicht Mandatsträger der Olympiadorfbewohner, nicht “Vertreter der Dorf-Einwohnerschaft”:

Die EIG war von einladenden Kultusministerium gebeten worden, neben neun “gesetzten” …

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Workshop am 14.4.2015

Eine gute Zusammenfassung des Ablaufs des gestrigen Workshops findet sich auf der Webseite der Connollyberg-Gruppe . Die Gruppe gibt zudem ihre Auflösung bekannt, nachdem es zum Ende des Workshops einen Antisemitismus-Vorwurf gab. Dieser wurde zwar zurückgenommen, aber die Gruppe betont, an Auseinandersetzungen solcher Art nicht weiter teilnehmen zu wollen.

Unseren eigenen Bericht geben wir …

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Zehn Dorfeinwohner für Workshop “Olympia-Attentat 1972″ am 14.4. gesucht

Am 14.04.2015 findet im Auftrag des Kultusministerium der Workshop zur Gedenkstätte Olympiaattentat 1972 statt. Dr. Spaenle hatte den Vertretern von EIG, Connollyberg-Gruppe und Studenten diesbezüglich zugesagt:

Gegenstand ist eine Gedenkstätte südlich des Hügels Lindenhain.  Dr. Spaenle betonte ausdrücklich: hinter, nicht auf dem Hügel. Gegenstand der Diskussion werden Gestaltung und Inhalt des Erinnerungsortes sowie Wege- führung …

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