Neue Nachbarn im Olympiastadion

Seit vergangenem Wochenende wird das Olympiastadion für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt.

Die EIG heißt die Flüchtlinge im Olympiastadion in ihrer Nachbarschaft willkommen.

Sie ruft ihre Mitglieder und Dorfbewohner dazu auf, die Flüchtlinge durch Sachspenden und persönliche Hilfe zu unterstützen. Weitere Informationen z.B. unter www.facebook.com/fluechtlinge.olympia

 

Position der EIG zur Erinnerungsstätte Connollyberg

  1. Die EIG begrüßt die Aufgabe des Siegerentwurfs zur Erinnerungsstätte am Connollyberg und dankt der Gruppe, die die Unterschriften gesammelt hat für ihr Engagement.
  2. Die EIG lehnt eine Erinnerungsstätte nicht grundsätzlich ab, allerdings unter der Maßgabe, dass Anwohnerinteressen (uneingeschränkte Spielmöglichkeiten, Lärm, Licht) gewahrt bleiben und Eingriffe in das Baudenkmal Olympiapark möglichst gering ausfallen.
  3. Die EIG wird zusammen mit der Unterschriftenlisten-Gruppe mögliche Standorte und Ausschlussorte benennen und das Ministerium um eine Begehung bitten. Diese Begehung soll noch in der Woche vom 20. Oktober stattfinden.
  4. Die EIG schlägt vor, den Busbahnhof ergänzend zur Erinnerungsstätte als Parkeingang und als Veranstaltungsraum (z.B. Diskussion mit Schulklassen) und Olympiamuseum zu nutzen. Dies deckt sich mit den erklärten Wünschen der Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit.
  5. Wir stellen fest: Die Pressemitteilung des Ministeriums, dass “die EIG immer eingebunden war”, stimmt zwar, allerdings weicht das Ergebnis des Wettbewerbs deutlich von dem ab, was vorher in Aussicht gestellt wurde. Zwischen Ausschreibung und Bekanntgabe des Ergebnisses des Wettbewerbs gab es keine Gespräche oder Informationen. Insofern ist die Berichterstattung hier stark verzerrend.

Der Erinnerungsort wird nicht auf dem Connollyberg (Schlittenberg) gebaut

Über den Sommer wurde der Wettbewerb zum Erinnerungsort Olympia-Attentat durchgeführt und entschieden. Teilgenommen haben sechs renommierte Architektur- und Gestaltungsbüros. Als Sieger wurde Ende September der Entwurf EIN SCHNITT von Büro Brückner und Brückner Architekten, Tirschenreuth, mit Dr. Winfried Helm, Würzburg präsentiert. Sie schlagen vor, einen Gedenk- und Ausstellungsraum in den Connollyberg zu integrieren. An den eingereichten Beiträgen ist erkennbar, wie offen die Ausschreibung gestaltet war, sowohl in Bezug auf Ort als auch auf die Umsetzung. Grundsätzlich ist es begrüßenswert, wenn in einem solchen Verfahren den Architekten nicht von vorneherein zu enge Vorgaben gemacht werden. Hier weicht der Entwurf aber in Lage und Ort deutlich von dem ab, was in den Vorgesprächen vermittelt wurde.

Geplanter Erinnerungsort am Schlittenberg

Nach der Präsentation ist der Entwurf im Olympiadorf von vielen Seiten heftig kritisiert worden, auch von der EIG. Daraufhin hat Minister Dr. Spaenle in einer Begehung nach Alternativen gesucht. Auch da der Connollyberg als Pressehügel selbst eine bedeutende Rolle gespielt hat, soll nun ein Ort gefunden werden, bei dem sowohl die Connollystraße 31 und die Olympischen Stätten als auch der Pressehügel zu sehen ist. In Zusammenarbeit mit den Architekten soll der Entwurf nun an einem anderen Ort umgesetzt werden.

Bei der weiteren Planung müssen aus Sicht der EIG folgende Aspekte im Vordergrund stehen:

Wird das Gefüge des Olympiadorfs geändert?

Die Außenanlagen im Olympiadorf folgen einer klaren Struktur: während im Norden (Straßbergerstraße) Büsche und kleinräumige Spielflächen dominieren lebt das Areal am Connollyberg von großen Flächen, die vor allem auch für Bewegungsspiele – allen voran Schlittenfahren – vorgesehen sind. Diese Struktur ist prägend für unser Ensemble und darf nicht beeinträchtigt werden. Der Minister hat auch im Zug der Neuorientierung darauf hingewiesen, dass das Konzept die Einbettung des Erinnerungsorts in ein lebendiges Umfeld vorsieht. Alle anderen Orte mit den oben genannten Sichtachsen greifen deutlich weniger als der Connollyberg selbst  in dieses Gefüge ein. Trotzdem muss beobachtet werden, ob die „Aura“ des Orts die Nutzbarkeit der Umgebung einschränkt. Dies wird aber immer sehr schwer abschätzbar und sicher auch individuell sehr unterschiedlich zu bewertet werden.

Werden vom Denkmal „Störungen“ ausgehen?

Überdachte Bereiche in der Öffentlichkeit sind immer anfällig dafür, zum Aufenthalt und für Partys genutzt zu werden. Man kann hoffen, dass die Würde des Orts eher dämpfend wirkt – gut nachvollziehbar ist allerdings, dass die direkten Anwohner trotzdem Bedenken haben. Noch ungeklärt ist, ob die Gedenkstätte und ihr Umfeld nachts beleuchtet werden sollen und ob dies für Anwohner störend sein kann. Das Sicherheitskonzept für die Anlage ist offensichtlich noch nicht vollständig erarbeitet, was in diesem Stadium auch nicht zu erwarten ist. Auch hier können Anwohnerinteressen beispielsweise durch Videoüberwachung oder Präsenz von Sicherheitskräften berührt sein.

Ob bei dem neuen Ort ebenfalls in den gut austarierten Wechsel zwischen öffentlichen und privateren Bereichen im Olympiadorf eingegriffen kann jetzt noch nicht beurteilt werden..

Wie stark wird der Olympiapark als Ensemble verändert?

In seiner Grundidee baut der Entwurf sehr stark auf die vorhandene Landschaft auf. Dies ist zweifellos ein großer Vorteil des Entwurfs. Aus Sicht der EIG völlig unnötig ist die bisher sehr groß (geplant sind ca. 1000 qm) angelegte versiegelte Fläche. Gerade in einer stark verdichtet bebauten Umgebung sind solche Eingriffe in die Grünflächen äußerst kritisch. Da diese Fläche aber auch nicht zentral für die Grundidee ist, sollte hier eine Anpassung leicht möglich sein.

Bisher noch nicht diskutiert wurde, wie die Besucher des Denkmals anreisen werden. Bereits jetzt fahren immer wieder Busse in den Wendehammer an der Connollystraße, die aber zumindest für ein Abstellen von Bussen nicht geeignet ist. In diesem Zusammenhang kann der Busbahnhof als Entrée des Olympiaparks wieder an Bedeutung gewinnen. Das Ministerium hat in Gesprächen auch darauf hingewiesen, dass es selbst ein Interesse daran hat am Busbahnhof einen attraktiven und vor allem auch informativen Einstieg in den Olympiapark zu schaffen geschaffen. Der im letzten Dorfboten vorgestellte Entwurf bietet dafür eine ideale Grundlage.

Die EIG hat gegenüber dem Minister noch einmal die Einladung zu einer Podiumsdiskussion bekräftigt. Wie und in welchem Rahmen die weiteren Diskussionen verlaufen werden ist jetzt allerdings noch völlig offen.

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Folgende Zeitungsartikel sind dazu bereits von der SZ erschienen:

 

Das Olympische Dorf München – Planungsexperiment und Musterstadt der Moderne

Die Planung des Olympischen Dorfes zu den Olympischen Sommerspielen 1972 in München stellten Stadtplaner und Architekten vor eine einmalige Herausforderung. Die außergewöhnlichen Rahmenbedingungen, aber auch das Interesse der damaligen Planer sich intensiv mit gesellschaftlichen Fragen auseinander zu setzten, führten über einen ambitionierten Entwurfsprozess zu einer Wohnstadt, die exemplarisch für ihre Zeit steht und doch beispiellos blieb.

Natalie Heger stellt in ihrem Buch “Das Olympische Dorf München – Planungsexperiment und Musterstadt der Moderne” die Geschichte der Planung dar und bringt sie in den Kontext der damaligen gesellschaftlichen, politischen und geistigen Strömungen.

Die Autorin präsentiert ihr Buch am 1. April 2014 um 19 Uhr, in der Architekturgalerie München, Türkenstraße 30, 80333 München.
Ferner nehmen teil: Murray Church (Projektleiter Olympisches Dorf), Prof. Maya Reiner (Universität Kassel) und Prof. Christiane Thalgott.

Mehr Informationen zur Veranstaltungen der Architekturgalerie auf www.architekturgalerie-muenchen.de

EIG tritt dem UNESCO Verein Region München bei

EIG Vorstand und Beirat haben beschlossen, dem UNESCO Verein Region München e.V. beizutreten. Der UNESCO Verein wird das EIG-Projekt “Olympiapark – Weltkulturerbe!” fortführen.

“Das Projekt war unter der EIG nicht optimal angesiedelt”, betont die EIG Vorstandsvorsitzende, Manuela Feese-Zolotnitski. “Dass der Olympiapark zum Weltkulturerbe ernannt wird, kann nicht von einer Interessengemeinschaft wie der EIG verfolgt werden; das Anliegen muss von einer überparteilichen Instanz getragen sein.”

Hierfür ist die UNESCO bzw. der UNESCO Verein Region München prädestiniert: Die UNESCO nominiert die Weltkulturerbestätten weltweit. Die EIG wird das Projekt in diesem neuen Rahmen unterstützen.