Über die EIG

Ende 1973 wurde von engagierten Erstbewohnern die EIG als „Eigentümer-Interessen-Gemeinschaft Olympisches Dorf e.V.“ in einer Zeit gegründet, in der es viel zu ordnen und zu organisieren gab.

In den 60er Jahren wagte die Stadt München einen mutigen Schritt mit dem städtebaulichen Experiment Olympiadorf – eine bis dahin ungewöhnliche Wohn-Konzeption wurde in relativ kurzer Zeit realisiert. Als nach der Olympiade von 1972 die ersten Bewohner einzogen, mussten auch sie Mut zur Übernahme von Verantwortung aufbringen, Initiative und nicht zuletzt viel Freizeit einsetzen, um ein von Planern konstruiertes Wohnmodell in ein funktionierendes und lebendiges Stadtviertel zu verwandeln.

Das soziale Experiment des stark verdichteten Wohnens war eine ungewöhnliche Chance für die Bewohner, mit Kreativität und Gestaltungswillen eine dörfliche Gemeinschaft in der Großstadt zu bilden und zu beleben.

Verschiedene Arbeitskreise innerhalb unseres Vereins, wie „Unser Dorf soll schöner werden“, „Recht“, „Baupflege“, „Spielplätze“, „Umwelt“, „Ladenausschuss“ oder „ Hobbykünstler“ haben zu Beginn die nötigen Anstöße gegeben, sich in Interessensgruppen zu finden und gemeinschaftliche Ziele zu verfolgen.

Mit der vielfältigen Beschäftigung der dorfinternen Situation zeigte sich im Laufe der Jahre, dass es in der EIG nicht nur um die Interessen der Eigentümer, sondern um die aller Bewohner gehen musste. So kam es 1984 zu einer Umdeutung der drei Buchstaben EIG – in Einwohner-Interessen-Gemeinschaft.

Seit ihrem Bestehen hat die EIG an Lösungen dorfrelevanter Probleme zum Teil entscheidend mitgewirkt, unter anderem:

  • Errichtung einer Betriebsgesellschaft für das gesamte Dorf (ODBG) in Selbstverwaltung
  • Beleben und Fördern des Gemeinschaftssinns – bei 16 Eigentümergemeinschaften und 90 Einzelparzellierten
  • Verbesserung des Erscheinungsbildes der öffentlichen Bereiche und Grünanlagen
  • Umgestaltung bzw. Verbesserung der Spielplätze
  • Verwandlung der grau-kargen Hauswände zu blühenden „Hängenden Gärten“, unterstützt durch Blumenwettbewerbe
  • jahrelanger Einspruch und Prozeßführung gegen die gefährliche Chemieproduktion der Firma Bärlocher in direkter Nachbarschaft, was letztendlich zur Absiedlung der Firma führte
  • Forderungen bei BMW zur Geruchs- bzw. Abgasminderung der Lackiererei bis fast zur Beseitigung durch betriebsinterne Umstellung auf Wasserlacke
  • Reduzierung des BMW-Autotransportverkehrs im (Helene-Mayer-Ring) und um das Dorf herum durch Verlagerung des Transportverkehrs bei BMW auf die Schiene
  • Einspruch und Beteiligung am Bürgerprotest gegen den Bau des Rangierbahnhofs in unmittelbarer Nähe – mit dem Ergebnis einer bürgerfreundlicheren Ausführung des Projekts
  • Mitinitiatorin der wirkungsvollen „Aktionsgemeinschaft gegen ein neues Stadion“ auf dem benachbarten ZHS-Gelände
  • Aktivitäten zur Akzeptanz einer gemeinschaftlichen Sanierung der öffentlichen Fußwege und Straßenüberbauungen
  • Mitarbeit bei den Planungen zur Verlängerung der U-Bahn (U3) und zur U-Bahn-Station Olympiapark Nord

Unsere Zeitung „Der Dorfbote“ erscheint 2-3 mal im Jahr und erreicht nicht nur unsere Mitglieder, sondern alle Haushalte im Olympiadorf. Ziel ist, über dieses Medium jedem Bewohner Informationen zu anstehenden Themen in die Hand zu geben. Jeder sollte die Verantwortung für das Gemeinschaftliche erkennen und das Positive im Miteinander sehen können.

Wie aus der Satzung zu entnehmen ist, werden in der jährlichen Mitgliederversammlung Vorstand und Beirat gewählt. Der Beirat steht als beratendes, aber auch mitarbeitendes Gremium dem Vorstand zur Seite. Auf den allen Dorfbewohnern zugänglichen Beiratssitzungen werden aktuelle Probleme des Dorfes diskutiert, Informationen ausgetauscht, Lösungen gesucht, Aktionen geplant.