Pro & Contra: Tabellarische Übersicht

Pro / contra „Olympiapark – Weltkulturerbe!“

Eine Zusammenstellung der Argumente zum Thema Weltkulturerbe Olympiapark, die während verschiedener Veranstaltungen im Sommer 2013 ausgetauscht wurden.

Zum Park gehören die Sport- und Wohnstätten der XX. Olympischen Spiele in München 1972.

  PRO Weltkulturerbe-Titel CONTRA-Weltkulturerbe-Titel
Grundsätzliches zum möglichen Status „Weltkulturerbe“ Es handelt sich um ein herausragendes Gesamtkunstwerk des 20 Jahrhunderts aus Architektur, Städtebau und Landschaftsarchitektur. Der von der UNESCO geforderte „outstandig universal value“ ist nach Ansicht von  Prof. Dr. Michael Petzet  (ehem. Präsident des Internationalen  Rates für Denkmalpflege ICOMOS) in allen Teilen  gegeben, auch im Olympischen Dorf.   
Was bietet der Titel über den schon bestehenden bayerischen Denkmalschutz hinaus ? Die Verleihung des Welterbetitels durch die Unesco bedeutet eine hohe Ehre und Auszeichnung.  Der Weltkulturerbe-Titel trägt nichts Weiteres dazu bei, den Olympiapark zu schützen.
Weltkulturerbe-Status bedeutet mehr Aufmerksamkeit und mehr Prestige für München. 

Der  Weltkulturerbe-Status erfordert Pflege, die durch den vorhandenen Denkmalstatus bereits gegeben ist:

Der Denkmalschutz besteht bereits seit 1998, ein Parkpflegewerk (Stadtratsbeschluss von 2010) ist verabschiedet,  welches alle mit dem Park arbeitenden Institutionen zum Zweck eines Nutzungskonzepts einbinden soll.

 

Zunahme an Tourismus Durch den Weltkulturerbe-Titel sind steigende Besucherzahlen zu erwarten. Dies wird vermutlich  v.a. im Sportstättenbereich der Fall sein. 

Es gibt bereits jetzt geführte Besichtigungstouren durch Sportstätten und Olympisches Dorf, bei letzterem insbes. wg. der Gedenkstätte Connollystraße. D.h. Touristen werden kanalisiert.

Durch den Weltkulturerbe-Titel wird es mehr touristische Begängnis im Olympischen Dorf geben, insbesondere zur Gedenkstätte Connollystraße. 

Beispiel für Ablehnung wg. Tourismus:
Ein Großteil der Japaner lehnt den geplanten UNESCO-Titel für den heiligen Berg Fuji ab, weil sie die zunehmenden Tourismusströme fürchteten (die existierenden Touristen stellen bereits eine große Belastung dar)

Auswirkungen  Weltkulturerbe-Status für die Siedlung Olympisches Dorf Der Weltkulturerbe-Status bringt eine Aufwertung des Stadtteils mit sich (positiv für alle Bewohner) und evtl. eine Steigerung der qm-Preise (positiv für Eigentümer)  Der  Weltkulturerbe-Status zieht u.U. Preissteigerungen nach sich (negativ für Mieter).
Die folgenden Argumente betreffen das Olympische Dorf nicht, werden hier aber der Vollständigkeit halber erwähnt:-          Ein  Weltkulturerbe-Status erfordert größere Anstrengung  zum qualitativen  Erhalt der Siedlung.
Diese Anstrengungen werden im Olympiadorf bereits seit Jahren unternommen und von den Verwaltungen und Beiräten der Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG), der EIG und der OlympiadorfBetriebsgesellschaft mbH getragen.

 

–          Der Weltkulturerbe-Status könnte Nachbesserungen verteuern, etwa durch nachträglichen, denkmalgerechten Einbau von behindertengerechten Einrichtungen.
Dies ist nicht relevant für das Olympische Dorf, da die Anlage bereits menschengerecht angelegt ist.

 

–          Ganze Wohnsiedlungen mit  Weltkulturerbe-Status können nicht an Investoren verkauft werden.
Dies trifft für das Olympiadorf nicht zu.

 

Bestreitung der Kosten für den Unterhalt des Olympiaparks: 

2012: 30 Mio Einnahmen, 16 Mio Defizit, Sanierungsbedarf  in dreistelliger Millionenhöhe, dazu laufende Unterhaltskosten –

Diese können durch intensive Nutzung reduziert werden

 

Die  Tragbarkeit der Kosten (eines Denkmals, des Olympiaparks) ist eine politische Frage, die im Stadtrat entschieden wird. 

Hieran ändert auch der Weltkulturerbe-Titel nichts. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass Vorhaben im Park genauer geplant werden müssen, da die Welt den Ort genauer im Visier hat.

 

Durch den Weltkulturerbe-Titel gibt es mehr Besucher. Mehr Besucher bringen mehr Geld in den Park.
Seitens des Bundes gibt es Geldzuwendungen für Weltkulturdenkmäler in Deutschland. 
Schränkt der Weltkulturerbe-Titel die Nutzung ein? 

 

Die UNESCO-Kommission  betreibt ein Monitoring und mischt sich nicht in die Bau/Nutzungsvorhaben ein.Wunsch für den Beibehalt des Weltkulturerbe-Titels ist höchstens reversible Veränderungen des Weltkulturerbe-Objekts.

Die UNESCO-Kommission  muss jedoch nicht um Erlaubnis gefragt werden und verbietet grundsätzlich nichts.

Kann der Welterbe-Titel gewisse Auswüchse der Nutzung und Bebauung des Olympiaparks verhindern? Der  Weltkulturerbe-Titel kann den Schutz des Ensembles nicht garantieren und verändernde Bauten nicht verhindern  (vgl. Dresden: Aberkennung des  Weltkulturerbe-Titels für das Elbtal)
Einbindung der Ein/Anwohner in den Ernennungsprozess Die Einbindung von Ein-/Anwohnern eines Weltkulturerbes ist von der UNESCO explizit gewünscht, ja sogar Voraussetzung für die Zuerkennung des  Weltkulturerbe-Titels, da die UNESCO-Ziele der Völkerverständigung und kulturellen Austauschs hiermit verbunden sind. 

Im Olympischen Dorf ist das Thema „Weltkulturerbe“ von der EIG den Verwaltungsbeiräten aller WEG´s  erstmals im November 2012 vorgestellt und diskutiert worden. Die Diskussion wird weiter geführt.